Oral, Aktöbe

Auf einer guten Straße mit verhältnismäßig wenig Verkehr sind wir bis Oral (Орал/Уральск) gefahren – einer weitläufigen Großstadt auf dem europäischen Ufer des gleichnahmigen Flusses. Wir kauften noch eine SIM-Karte, brachten die Paketdatenkonfiguration am Telefon in Ordnung; die Online-Navigation wird damit endlich erschwinglich. Dominic mußte noch einen Schaden an der Ölwanne reparieren.

M32

gute Straße


Jetzt fahren wir auf einer ebenfalls erfreulich guten Straße nach Aktöbe. Erstaunlicherweise ist der Verkehr viel geringer, als auf den schlechten Straßen ums Kaspische Meer.

Kleiner Umweg nach Norden (ca. 1500 km)

Uns bleibt nichts anderes übrig, als den Umweg zu fahren. Der Frust verstärkt sich durch mehrere Polizeikontrollen. Nachdem die Polizisten hörten, daß wir Deutsche sind, waren sie besonders freundlich und winkten uns durch.

Am Abend – was für ein Glück – finden wir im Abseits einen einsamen Fluß mit einem endlosen Sandstrand ganz allein für uns. Bei einem Lagerfeuer genießen wir die laue Sommernacht und freuen uns auf das nächste Bad am Morgen.

Ural

am europäischen Ufer des Ural-Flusses

Nochmal 500km Europa

Die Strecke Makat – Aktöbe hätten wir uns wohl noch durchgekämpft; nachdem wir aber erfahren haben, daß Aktöbe – Aral – KysilOrda genauso schlimm sein soll, sind wir nach Atyrau zurückgefahren, haben den kaputten Reifen reparieren lassen und weitere Erkundigungen eingezogen. Jetzt fahren wir weitere 500km in Europa am rechten Ufer des Ural(-Flusses) nach Oral (Орал). Die Kaspische Senke verlassen wir damit endgültig.

Reifendienst

Reifendienst wirbt

Eine größere Umplanung mit über 1000km Umweg wird fällig. Die Alternative über Beyneu entlang der Bahnstrecke nach Nukus in Usbekistan (sozusagen die „Direttissima”) trauen wir uns nicht mehr zu versuchen; die Auskünfte schwankten zwischen „gut möglich” bis „völlig unmöglich”.

Alles zurück!

Von unserem letzten Lagerplatz, der immer noch 20m unter NN lag, sind wir weiter Richtung Aktöbe (Ақтөбе, russisch = Aktjubinsk/Актюбинск) gefahren. Auf einer hervorragenden neuen Straße kamen wir schnell bis Dossor, danach auf verzogenem Asphalt bis Makat.

Hier erwiesen sich unsere Auskünfte über den Straßenzustand als falsch (oder als mißverstanden). Die Weiterfahrt begann auf einer schlechten Staubstraße, auf der Hanno nach wenigen Kilometern einen Platten hatte. Wir befragten 2 der wenigen vorbeikommenden LKW-Fahrer und entnahmen den Antworten, daß wir bis Aktöbe auf dieser Straße rund 3 Tage brauchen würden.

Platten flicken

Hanno hatte nach wenigen Kilometern den ersten Platten

Stattdessen sollten wir lieber zurück über Atyrau, Oral (Uralsk) nach Aktöbe fahren. Auch für die Weiterfahrt wurde uns zu einer Streckenänderung geraten; dazu später mehr. LKW-Fahrer auf Fernstrecken scheinen die einzigen ernstzunehmenden Informationsquellen zu sein.

Am Kaspischen Meer entlang…

Vom letzten Lagerplatz sind wir auf schlechter Straße nach Atyrau (Атырау) gefahren, um nach Fähren über das Kaspische Meer Ausschau zu halten. Leider ist nur der Flußhafen in der Stadt; der Seehafen ist sehr weit weg.

Straße

schlechte Straße

Der Ural-Fluß gilt als Grenze zwischen Europa und Asien, die wir 3mal überquert haben. Unterwegs sahen wir freilaufende Kamele (Trampeltiere), Pferde und Rinder.

Von Atyrau rissen wir noch etwa 50km Richtung Aktöbe (Ақтөбе) runter. Die Straße soll neu und gut sein. Vor 2 Jahren wurde noch der mindestens 500km längere Umweg über Oral (Uralsk) empfohlen.

Nachtlager

Nachtlager

In Kasachstan…

Vom letzten Lager sind wir nach Astrachan (Астрахань) gefahren, haben die vielen Wolgaarme überquert (eine der Brücken war sogar eine mautpflichtige Pontonbrücke) und sind Richtung Atyrau weiterfahren. Die russisch-kasachische Grenze haben wir vor Sonnenuntergang überquert.

Für die Autos mußten wir noch kasachische Haftpflichtversicherungen abschließen; SIM-Karten waren – im Gegensatz zu Rußland – leicht zu bekommen. In der Abenddämmerung haben wir noch ein Nachtlager in Grenznähe aufgeschlagen. Die Straße ist zu schlecht, um bei Dunkelheit zu fahren.

Rußland-Durchreise

Gestern haben wir noch in einem großen Supermarkt in Wolgograd unsere Vorräte ergänzt. Dabei fiel das Preisniveau in solchen Läden auf, das teils über, teils unter dem von München liegt. Sicher nur für einen kleinen Teil der städtischen Bevölkerung erschwinglich. Die Landbevölkerung und Kleinstädter kauft überwiegend in Kramerläden („Warenmagazin”) – soweit sie nicht Selbstversorger sind.

Supermarkt

Supermarkt in Wolgograd

Der Verkehr in und um die Großstädte ist sehr dicht; man kommt nur langsam vorwärts. Auf halbem Weg nach Astrachan entlang der Fernstraße M6 haben wir übernachtet.

Regenbogen

Regenbogen über der Steppe

Wolgograd

Wir besuchen gerade das Stalingrad-Denkmal. Auf dem weitläufigen Gelände haben wir uns verloren und suchen uns gegenseitig.

Vorher gab es etwas Frust, weil es ohne Aufenthaltsregistrierung keine russische SIM-Karte zu kaufen gab. Die hatten wir aber nicht, weil wir 2mal kampiert hatten.

Übernachtung zwischen Don und Wolga

Nach einer „kurzen Nacht” hinter der russischen Grenze sind wir bis Schachty (Шахты) gefahren, die M04 ein Stück Richtung Moskau und dann Richtung Wolgograd (Волгоград).

Jetzt übernachten wir in einem Waldstück zwischen Don und Wolga.